Apr 7 2011

an das zeitalter des gedenkens

einmal
als es noch nicht viel zu hören gab
da war es eine zeit des erzählens
wo das rauschen des nichts die worte formte
in unseren mündern / in unseren köpfen
verschlang uns die stille
im leben

ich nahm so viel ich konnte
denn mehr war nicht da!

nun da der damm gebrochen
das band zerrissen zwischen uns:
lauschen
und warten auf den nächsten schlag
der uns meterweit in eine andere dimension katapultiert

wo ich mit dem auge einer jägerin stand
und nicht die natur sah
weil da nichts – sprich: nur natur – war:
städte
quadratische straßen kreisverkehre – in worten:
schachtelsätze grammatisch und – die regel will es so – willkürlich
daneben baustellen ruinen auslassungspunkte
optischer lärm könnte man sagen

heute entnehme ich der welt
nur meinen teil und du dir deinen
fest entschlossen unsere sätze
nach vorn zu vollenden
und nie mehr fragen zu stellen
(als wir beantworten wollen)

wir beide haben verlernt
zusammen zu lesen


Apr 6 2011

Aus dem Text in den Text

“Das Lesen aber bleibt jedem selbst überlassen. Wer weiß, vielleicht hat irgendwo da draußen bereits jemand den Text gelesen, ihn seiner Unmittelbarkeit beraubt, Anführungszeichen gesetzt und mich zur Schauspielerin eines Dramas gemacht, in dem ich willenlos an den Fäden meines Herren baumele, eine Scheinriesin, eine dea ex machina, deren Haar in der alternden Pappe ergraut und in deren Gesicht die Farben verblassen, sich im ewigen Spiel der Jahrhunderte Falten in das aufgeklebte Pergament legen und es an den Rändern abblättern lässt. Und jetzt da ich diese Sätze schreibe fühlt es sich so an, als ob die Zeichen vor meinen Augen erscheinen und sich die Finger dazu im Takt bewegen. Dennoch: Morgen werde ich aufwachen, werde all die traurigen Gedanken und Abgründe vergessen haben, werde glauben in sie gesprungen zu sein und mich mit dem Aufklatschen im schäumenden Wasser eines nicht enden wollenden Wasserfalls aus der gedanklichen Starre der wirren Träume befreit zu haben. Werde aufatmen und mich bis zum Erklingen der Mittagsglocke zum Subjekt erheben, werde Berge verschieben, werde Menschen enttäuschen und glücklich machen, werde Gegebenheiten mit meinen reinen Worten erschaffen und sie zum Einbruch bringen – wie ein Kartenhaus – wenn sie mir nicht mehr gefallen.”


Mrz 12 2011

Que lingua falas

When you´re talking I can hear the coins chinking on the hallway.


Mrz 6 2011

Stealing the thunder

Quite an inspiring way to turn the audience into the main stage.

Oder so: Demonstration zermonstrieren:


Mrz 3 2011

Zwischen den Blättern

zerblättern


Feb 22 2011

A snapshot before creation

…and the proof that our ideas fade away.


Feb 18 2011

Statt

goes round

Denken, weiter als die Stadt. Manchmal bin ich gefangen in ihr, manchmal träume ich und wandere in einsamen Betonpfeilerwäldern. Sie ist geheimnisvoll, mystisch und voll von Technik, Neonreklamen und Menschen mit leeren Gesichtern. In ihr ist Tiefe und Höhe eins, jedes Gefühl in jeder Ausprägung. Sie liegt inmitten eines weißen Fleckes der Gegenwart, sie erzählt Geschichten aus ferner Vergangenheit und zieht die Fäden der Zukunft. Sie liest auch aus deiner Hand. Morgen schon wird sie verschwinden und niedergehen oder aber aufblühen und ihre Bilder und Gedanken in die ganze Welt tragen. Die Stadt ist alles und nichts. Sie ist Teil des Lebens, sie ist das Leben selber und Tod. Die Stadt ist Realität. Sie ist mehr als das. Ein vollkommenes Bild aus Beton und Backstein, aus Pflaster und Plakaten aus Nacht und Tag, ein Magnet, dessen Enden zusammengeschweißt wurden.

Der Schein trügt. Immer. Vom Sims meines Daches sieht die Stadt aus wie ein großes, totes Tier mit einer zerschlissenen Haut und Fliegen, die im offenen Fleisch ihre Eier ablegen. Sie ist nicht schön, mit Sicherheit ist sie das nicht. Aber ebenso entbehrt sie jeglicher Hässlichkeit. Sie ist einfach, eins und viele, abhängig von der Perspektive. In ihren Vierteln erzählt man sich unterschiedliche Geschichten, trällert unterschiedliche Melodien. Wen die lärmenden Bahnen, die sich durch die Stadt ziehen, versehentlich zu weit tragen, der bleibt stehen, schüttelt verwundert den Kopf, nur kurz, um möglichst bald zurück zu finden. Hier sind die Gaststätten geöffnet bis in den frühen Morgen und lautes Gelächter schallt durch Gassen, die tapeziert sind mit abgerissenen Plakaten. Hier fallen die Schalousinen bereits am frühen Abend und Türen werden verriegelt. Hier spielen Kinder auf den Straßen und Luft in verlassenen Wohnzimmern. Die Stadt ist immer höher als die Summe von 0 und einer Aneinanderreihung von 1en. Sie ist nicht das antwortende Ja oder Nein, sondern die Frage darüber.

Wir, wir tragen Brillen, in unterschiedlichen Stärken und Farben, weil wir sie sonst nicht erkennen könnten. Die einen sehen die Stadt und in ihren Wänden, Häusern, Straßen Unmengen von Metall und Plastik, das aufgebracht werden musste, um sie zu dem zu machen, was sie heute ist. Andere sehen in jeder Haltestelle in jedem verlassenen Parkplatz das Werk des Schöpfers. Wiederum andere sehen in ihr Leben, das in jeder ihrer Adern pulsiert, den Staub, der sich auf ihren Lungen ablagert und Haut, die sich in Falten legt kurz bevor sie zerreißt. Dünnes Pergament.

Lärm strömt durch die Straßen bis sich alle Stimmen zu einem unverständlichen, bedrohlichen Brummen vereinen, das hungrig um die Blöcke zieht, um zu verschlingen, was noch zu verschlingen ist. Nur wenige können die Ohren schließen, nur wenige können denken was sie wollen, nur wenige können wollen was sie wollen, vielleicht niemand. Hier, in der Stadt, die alle Gegensätze vereint und zugleich sprengt, liegt Zukunft. Ich fessele mich an sie, bin gefesselt von ihr, jeden Tag mehr. Doch wenn sie sich auflöst, wird keine Erinnerung bleiben, nicht einmal Staub.
Und auch ich werde verschwunden sein.


Feb 14 2011

Rekonstruktivismus

Lara denkt


Feb 7 2011

Valenz

where the people live

akkusativ
im falle von für
für wen

„wir haben versucht weiße flecken in die öffentlichen räume zu radieren in denen gedichte platz hatten“
platz für den akkusativ oder
platz für fragen
platz für zeitvertreib
platz für kreuzworträtsellesen oder
wirken lassen – einfach wirken lassen

die ddr haben wir hinter uns gelassen
wir alle
selbst wenn wir gar nicht aus ihr kamen
und die straßen des leipziger südens werden bunter
weniger alternativ

wir schaffen kultur und vergessen den akkusativ
wir schreiben einfach nur noch für
das vereinfacht (auch) mein leben und macht mich zu dem individuum
von dem die großen bücher der gesellschaft trällern


Feb 6 2011

von Idee zu 3D


Feb 5 2011

meine schöne Welt

oh du schöne Welt


Jan 24 2011

Les meves claus

Frei nach Joan Brossa.

Frei nach Joan Brossa


Jan 23 2011

Sugarbabe